Oldalképek
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zu bellen ?». Das erschreckte seine Frau; indeß gingen sie etwas weiter, und da der Morgen anbrach, begannen die Vögel auf den Bäumen zu singen, und als der Papagei sie hörte, fing er an zu plappern. Banke Chhail riß ihn rasch aus dem Käfig und drehte ibm den Hals um. «Du Dumm kopf», sagte er, «dachtest nicht daran, daß du Banke Chhail gehörtest, und wagtest, deinen Schnabel ohne seinen Befehl aufzuthun».

Seine Frau war noch betroffener, doch sprach sie nichts, und sie gingen weiter. Um auszuruhen, setzten sie sich in einem Garten nieder, und alsbald zeigte sich eine Ratte. Banke Chhail rief seine Katze und sagte: «Fang mir diese Ratte!» Die Katze gehorchte sogleich seinem Befehle und tödtete sie. Als seine Frau das sah, dachte sie bei sich: Was für einen schrecklichen Mann habe ich bekommen! Ich werde gut thun, ihm zu gehorchen». Und als sie zu Hause anlangten, hielt sie es für nützlich, ihm in allen Stücken zu gehorchen, und ward eine sehr zärtliche und gehorsame Frau, so daß sie, als bald darauf ihr Vater sie besuchte, durch eine Thürspalte ausschaute und sich scheute, ihn ohne die Erlaubniß ihres Mannes einzulassen. Bald darauf kam Banke Chhail heim und sagte zu ihr: « Dein ehrwürdiger Vater wartet am Thor. Warum ließest du ihn nicht ein ?, Sie antwortete: «Wie konnte ich das ohne deine Erlaubniß thun,

Da ging Banke Chhail hinaus und holte den Alten herein. Als dieser sah, wie seine Tochter umgewandelt war, sprach er zu seinem Schwiegersohne: «Du weißt, was für ein Leben mir meine Frau bereitet. Ich möchte, du erzähltest mir, wie du deine Frau glücklich zum Gehorsam gebracht hast. Vielleicht bin ich im Stande, mit meiner Frau ebenso umzugehn». Da sprach Banke Chhail: «Gut, Vater, bring mir einen Ziegel und etwas nassen Thon und mache aus jedem einen Lampenuntersatz!» «Leicht kann man», sagte der Alte, «den weichen Thon formen, aber wenn der Thon hart geworden ist, kann ihn keine Gewalt auf Erden formen».

«Kurzum», sagte Banke Chhail, «der Sinn deiner Frau ist und kann nicht geändert werden. Ich erzog meine Frau bei Zeiten, und du siehst den Erfolg». Traurig ging der Alte nach Hause.

Johannes Bolte.

Eine Shakespeare - Bearbeitung Fouqué's. Unter den verschiedenen deutschen Bearbeitungen von Shakespeare's König Heinrich IV., mit denen Fr. L. Schröder's Zusammenschmelzung beider Theile den Anfang machte, befindet sich auch eine Bearbeitung, die von einem sehr namhaften deutschen Dichter herrührt, nämlich von Friedrich de la Motte Fouqué, der jedoch jedem der beiden Theile seine Selbständigkeit gelassen hat. In Genée's «Geschichte der Shakespeare'schen Dramen in Deutschland» (Leipzig, Engelmann, 1870) findet man darüber in dem chronologischen Abschnitte die folgende Notiz: «1817. König Heinrich IV. wird in Berlin in einer Bearbeitung von de la Motte Fouqué (nach Schlegel's Uebersetzung) gegeben. Im Jahre 1820 folgte der zweite Theil, von demselben bearbeitet.» – Die ersten Aufführungen dieser Bearbeitung beider Theile fanden im Berliner Königl. Schauspielhause statt am 22. März 1817 und am 26. Januar 1820.

Ein Einblick in die der Berliner Königl. Theaterbibliothek angehörenden Bücher (theils gedruckt und theils geschrieben) belehrt uns, daß Fouqué's Bearbeitungen im Wesentlichen nur aus bedeutenden Kürzungen im Dialog und Weglassung einzelner Scenen bestehn. Fouqué hat seine Bearbeitung in das gedruckte Buch der Schlegelschen Uebersetzung eingetragen, die übrigens (auch noch in der zweiten Auflage von 1816) im Wortlaute von der späteren Ueberarbeitung im Schlegel-Tieck'schen Shakespeare an vielen Stellen abweicht. Fouqué hat sowohl im ersten wie im zweiten Theile des Dramas die Akttheilung wie auch die Scenenfolge des Originals durchaus beibehalten. Abgesehen von den Kürzungen im Dialoge und einzelnen Veränderungen im Wortlaute sind einige Scenen ganz gestrichen, durch deren Wegfall auch die Personenzahl vermindert wird. Dadurch, daß im ersten Theil des Dramas zu Anfange des 2. Aktes wie gewöhnlich der Auftritt mit den Kärrnern gestrichen ist, wurde auch die Figur des Gadshill entbehrlich. Außerdem aber sind auch die Personen des Erzbischofs von York und der Lady Mortimer gestrichen. Sonst ist, wie gesagt, die Akttheilung sowohl wie die Scenenfolge beibehalten, keinerlei Zusammenziehung von Scenen gemacht, und der Schluß des Stückes ist ganz mit dem bei SchlegelShakespeare übereinstimmend.

Auch im zweiten Theile des Dramas finden sich außer den Strichen, die übrigens in den geschriebenen Büchern durch die üblichen dreisten Regiestriche noch vermehrt sind, auch mancherlei

Dialogveränderungen. Akttheilung und Scenenfolge ist auch hier beibehalten, mit einer Ausnahme, indem die 3. Scene des 2. Aktes (Lady Percy, Lord und Lady Northumberland) noch dem ersten Akte angefügt ist und diesen schließt.

Im 4. Akte fällt sowohl die erste Scene im Walde zu Yorkshire fort, wie auch die zweite Scene, in der Prinz Johann durch Verrath sich der Häupter der Rebellion bemächtigt. In Folge dessen beginnt der 4. Akt auf dem Schlachtfelde mit Falstaff und Coleville, und ist dieser Auftritt durch einen dem Falstaff zuertheilten kurzen Monolog nicht übel eingeleitet. Im letzten Akte fällt die kurze Scene der beiden Büttel mit der Wirthin und Dortchen weg. Das anstößige Dortchen Lakenreißer ist überhaupt ganz gestrichen, um aber einzelne Dialogtheile in der Schenke zu retten, sind mehrere ihrer Reden der Frau Hurtig zuertheilt. Der Schluß des zweiten Theils hat jedoch eine eigene Zuthat Fouqué's erhalten. Nach den Worten des Prinzen Johann: «Mir steht dies edle Thun des Königs an» U. s. w. sind noch dem Oberrichter einige Reden gegeben, deren erste schon auf das dritte Heinrichs-Drama bestimmt hinweist:

Von ihm, den wir um wüstes Thun gescholten
Gebt Acht, wir werden All' erst von ihm lernen,
Was königlich und groß und edel ist.

Daß die mancherlei Veränderungen im Dialoge von einem Dichter wie Fouqué herrühren, giebt immerhin dieser Bearbeitung eine größere Bedeutung, als sie der Mehrzahl der bloßen Regie-Einrichtungen zuzugestehen ist. Auch wurde erst durch Fouqué's Bearbeitung die Schlegel'sche Uebersetzung der Heinrichs-Dramen in Berlin auf die Bühne gebracht, und zwar mit Ludwig Devrient als Falstaff.

G.

Palleske's Einrichtung von Shakespeare's Wintermärchen.')

In der ersten Auflage seines Buches: «Die Kunst des Vortrages», Stuttgart 1880, Seite 305 sagte Emil Palleske von seiner «Einrichtung» des Wintermärchens: «Dies ist das später unter dem Titel der Stahr-Mosen’schen Bearbeitung an vielen Theatern aufgeführte, von mir nur durch Striche gemilderte Original, an dem beide Männer

1) Der Sohn Julius Mosen's bat den Wunsch geäußert, nachfolgende Erklärung im Jahrbuche veröffentlicht zu sehen. Wenn es derselben kaum bedarf, so hielt es die Redaktion doch für angemessen, der Bitte zu willfahren.

auch nicht den geringsten Antheil haben, wenn ihnen Shakespeare nicht den seinigen abgetreten hat.» Da diese Stelle leicht MiBdeutungen ausgesetzt sein konnte, so ersuchte ich Herrn Palleske um eine Erklärung, die er auch bereitwilligst gab, indem er am 30. Mai 1880 von Thal aus an die Weserzeitung eine Zuschrift richtete, in der es u. A. hieß: «Wie man mir schreibt, soll diese Stelle einer Misdeutung anheimfallen können. Man meint, so gering ich auch das Verdienst meiner Einrichtung anschlage, so könne es doch scheinen, als hätten Stahr und Mosen oder deren Hinterbliebene um die irrthümliche Verwendung der beiden Namen, wie sie z. B. 1873 auf den Zetteln des Berliner Nationaltheaters zu lesen war, gewußt und dieselben wissentlich zugelassen.

Die Möglichkeit eines solchen Verhaltens und Thuns hat so völlig außer dem Bereiche meiner Vorstellung gelegen, ist für mich so völlig undenkbar, daß ich arglos jene Stelle auf die Ausdrücke der wärmsten Verehrung für beide Männer folgen ließ, und es mir nicht im Entferntesten einfiel, der Möglichkeit eines Mißverstehens vorbeugen zu müssen. Letzteres will ich hiermit thun, indem ich erkläre: meine Absicht war, den Herren Theaterleitern und Regisseuren zu sagen: Stahr und Mosen sind an der Oldenburger Einrichtung des Wintermärchens unbetheiligt; schreibt eine so unbedeutende Arbeit, die das Original nicht produktiv umgestaltet, nicht länger Männern zu, in deren persönlichem Sinn und Auftrage ich zu handeln glaube, wenn ich ihren Namen von solcher ihnen ohne ihr Wissen angehängten Autorschaft befreie.

In Folge dieser Erklärung, die m. W. auch im Hannover'schen Courier und in anderen Blättern erschien, ist die betreffende Stelle in der zweiten Auflage der «Kunst des Vortrages » (1884) auch wesentlich, wenn auch nicht nachdrucksvoll genug geändert worden. Denn noch in neuerer Zeit finden sich in einem Fremdenführer durch Thal und dem dritten Bande des Thüringer Wanderbuches von August Trinius (S. 235) Stellen und Wendungen, die geeignet sind, jene alte Mißdeutung wieder aufzuwärmen, und da andrerseits auch L. Fränkel in seinem Aufsatze über Stahr in der Allgemeinen Deutschen Biographie, Band 35, Seite 404 in den entgegengesetzten Irrthum verfallen ist, so möge es gestattet sein, an dieser Stelle das richtige Verhältniß der Wahrheit gemäß hier endgültig festzustellen. Oldenburg, den 15. März 1897.

Dr. R. Mosen.

Honorificabilitudinitatibus. Es ist erstaunlich, wie man immer wieder von Shakespeare Neues lernen kann, selbst wenn nur eins seiner weniger beachteten oder ungenügend erklärten Worte aus dem Dunkel an’s Tageslicht gezogen wird.

Wer dächte z. B. daran, ein wenig Unterricht im Lateinischen zu erhalten, wenn er das überschriebene Wortungeheuer aus Love's Labour's Lost V, 1 vor sich hat?

Und doch ist dieses thatsächlich der Fall, denn der Narr Costard benutzt an dieser Stelle die längste Wortbildung, welche je im Lateinischen bestanden hat.

Da der Kernpunkt der hier vom Dichter beabsichtigten Komik in der großen Silbenzahl und Länge des benutzten Wortes, nicht in dessen Bedeutung liegt, so könnte es ebenso gut die Buchstabierübung eines A-B-C-Schützen vorstellen sollen, ohne den Sinn im Geringsten zu beeinträchtigen. Deshalb wurde die Erklärung des Shakespeare-Lexicons: 'h- = a word proverbial for its length bisher für genügend erachtet.

Erst, als von bekannter Seite behauptet worden war, das Wort sei ein Unicum in der Literatur, dann auch der Schlüssel zu einer Geheimschrift darin gefunden sein sollte, wurde man wieder aufmerksam auf dasselbe, forschte nach, und fand, daß h- nicht nur kein geheimnisvolles Unicum, sondern im Gegentheil ein ganz gewöhnliches, von der nachklassischen Zeit gebildetes, lateinisches Wort sei, welches als merkwürdiges Beispiel monströser Silbenhäufung auf den Lateinschulen des 15. und 16. Jahrhunderts allgemein bekannt gewesen sein dürfte.

Im Euphorion (Band 1)^) und in der Anglia (Neue Folge, Band 6 und 7) haben die Herren Max Herrmann und Karl Borinski das Wort an folgenden Stellen nachgewiesen: Im Petrus Grammaticus (Petrus von Pisa), Handschrift aus dem

8. (?) Jahrhundert; im Liber derivationum des Uganio von Pisa, Handschrift aus

dem 12. Jahrhundert; im Catholicon des Johannes von Janua (Joannis de Balbi's), 1286; in der Historia Augusta des Albertinus Mussato, 1312; in Dante's De vulgari eloquio; in spät mittelalterlichen Wörterbüchern (nicht in England).

1) Ich bin des Bandes nicht habhaft geworden und kenne den Inhalt des betreffenden Artikels nur aus einem Auszuge in der Anglia VII, S. 135.

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